GGS Peter-Klein-Straße

Leitbild & Unterricht

Individuelles Lernen mit System

Lernpakete

Ein vorrangiges Ziel unserer Schule ist es, die SuS individuell zu fördern und zum selbstständigen Lernen zu erziehen. Das Team der Peter-Klein-Straße hat sich dazu entschieden, das Konzept „Individuelles Lernen mit System“ nach Maike Grunefeld und Silke Schmolke einzuführen. Mit Beginn der Herbstferien arbeiten alle Kinder der ersten Klassen täglich in der zweiten Schulstunde in einer offenen Lernzeit an unseren „Lernpaketen“. Die Kinder der zweiten Klasse arbeiten in der 4. Stunde an den „Lernpaketen“. Die Kinder erhalten hierzu zwei Übersichten über die Lerninhalte, die in dieser Zeit zu bearbeiten sind, zum einen im Fach Deutsch, zum anderen im Fach Mathematik. Das erste Lernpaket ist für alle Kinder gleich.

Die Kinder sollen zunächst an das selbstständige Lernen herangeführt werden. Sie entscheiden in der Regel, an welcher Aufgabe sie arbeiten und markieren sie nach der Bearbeitung im Plan. Sie lernen in dieser Zeit verschiedene Arbeitsmaterialien kennen und üben die Selbstkontrolle, wenn das Material dies erlaubt (z.B. Abhörübungen, LÜK, Logico, Blitzrechnen). In der Lernpaketezeit ist es möglich, alleine zu arbeiten oder gemeinsam mit einem Partner oder in einer Gruppe. Zwischendurch erhalten die Kinder immer wieder Rückmeldung zu den Lernfortschritten, ihre Arbeitsweise, das Arbeitstempo, die Konzentration. Da das selbstständige konzentrierte und zielgerichtete Arbeiten eine große Herausforderung für die Kinder ist, erhält jedes Kind am Ende der Lernpaketezeit im Klassenverband ein kurzes Feedback. Fällt es Kindern schwer, strukturiert und konzentriert zu arbeiten, kann hier auch eine Aufgabe für den nächsten Tag von der Lehrkraft festgelegt werden. Die gemeinsame Zeit ermöglicht es auch, neue Aufgaben einzuführen oder Material zu erklären.

Die Aufgaben des Arbeitsplanes sind so konzipiert, dass die Kinder mehrere Wochen Zeit haben, um die Aufgaben zu bewältigen. Ist der Plan vollständig bearbeitet, wird er mit Hilfe eines Rückmeldebogens auf der Rückseite des Plans gemeinsam mit dem Kind besprochen. Nach erfolgreicher Bearbeitung erhält das Kind den Folgeplan. Der erste Plan des Schuljahres ist gelb, es folgen der orangene Plan und schließlich der rote Plan.
Ab dem zweiten Plan können die Aufgaben von Kind zu Kind variieren, da eine Differenzierung erfolgt. So können Kinder in Bereichen, in denen es notwendig erscheint, zusätzlich gefördert oder aber auch gefordert werden.

Gemeinsames Lernen

Die GGS Peter-Klein-Straße bietet das Gemeinsame Lernen an. Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf werden gemeinsam unterrichtet.

Zwei Sonderpädagoginnen arbeiten mit den Grundschullehrkräften Hand in Hand. Sie begleiten im systemischen Ansatz den Unterricht, d.h. dass sie auch Kinder im Blick haben, die keinen ausgewiesenen Förderbedarf haben. Sie sind jedoch auch speziell für jene Kinder vor Ort, die einen Unterstützungsbedarf beschieden haben. So kümmern sie sich um die AO-SF-Anträge, schreiben in Zusammenarbeit mit den Lehrkräften Förderpläne, fördern individuell in Einzel- Gruppenförderung und führen beratende Elterngespräche.

Förderunterricht

Die personelle Besetzung ermöglicht mehrere Möglichkeiten zur Förderung im Laufe einer Schulwoche. Die meisten dieser Phasen werden in den Lernpaketen umgesetzt.

Die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer legen fest, welche Kinder in welchem Zeitraum gefördert werden.

Lesereich

Die Schule bietet Kindern eine Unterstützung zum Lesen- und Schreiben-Lernen an. Zweimal wöchentlich arbeitet eine Gruppe von Kindern, die durch die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer festgelegt ist, im Lesereich. Die Kinder erlernen das Lesen mit Hilfe einer Fingerzeigmethode. Jedem Buchstaben ist eine Geste zugeordnet. Durch das Formulieren der Laute und dem dazugehörigen Zeichen schleifen die Kinder die Buchstaben aneinander und werden so in der Fertigkeit des Lesens trainiert. Es werden ausschließlich Silben und Worte mit dem Buchstabenmaterial gelesen, die die Kinder hier erlernt haben.

Die Kinder verbleiben bis zum Abschluss des Lehrgangs im Lesereich, in der Regel bis zu einem Jahr.

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Schreibstube

Ab Klasse 2 können Kinder mit besonderen Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung die Schreibstube besuchen. Hier wird zunächst diagnostiziert, auf welchem Rechtschreiblevel sich ein Kind befindet. Dann wird es da abgeholt, wo es steht und entsprechend gefördert. Die Förderung basiert auf dem Konzept der Rechtschreibleiter des Finken-Verlages.

Gewaltfrei Lernen

Gewaltfrei Lernen ist ein Trainingskonzept zur Förderung der sozialen Kompetenzen und zur Vorbeugung von Gewalt, Mobbing und Rassismus. Durch viele unterschiedliche Bewegungsaufgaben, Partnerspiele, Gespräche und Rollenspiele lernen die Kinder sich angemessen und ohne Gewalt zu behaupten.

Die goldenen Regeln für faires Verhalten an unserer Schule sind:

  1. Ich bin fair und helfe anderen.
  2. Ich spreche mit dir, ohne zu schreien.
  3. Ich beleidige dich nicht.
  4. Ich höre dir zu.
  5. Nach einem Streit vertrage ich mich auch wieder.
  6. Nein heißt: „ Ich will das nicht!“ Stopp heißt: Hör auf!“
  7. Ich verletzte niemanden.
  8. Ich gehe respektvoll mit Menschen und Gegenständen um.
  9. Bevor ich etwas von anderen nehme, frage ich.
  10. Hilfe holen ist kein Petzen.

Digitale Medien

Unser Ziel ist, dass Kinder Kenntnisse, Einsichten, Fähigkeiten und Fertigkeiten erwerben, die ihnen helfen sollen, in einer von Medien stark beeinflussten Welt sachgerecht, selbstbestimmt, kreativ und sozialverantwortlich zu handeln.

In Anlehnung an den Medienpass NRW beziehen sich die Lerninhalte auf die Kompetenzen „bedienen und anwenden“, „informieren und recherchieren“, „kommunizieren und kooperieren“,„produzieren und präsentieren“, „analysieren und reflektieren“ sowie „problemlösen und modellieren“.

Der Schule stehen derzeit eine interaktive Tafel, 5 Laptops für die Hand der Kinder, ein transportabler Beamer, zwei Dokumentenkameras und ein iPad-Koffer mit 16 Geräten zur Verfügung.

Mit der Erweiterung des Schulstandortes werden die Inhalte des Lernens am und über digitale Medien nach und nach fortgeführt.

Koala

KOordinierte ALphabetisierung im Anfangsunterricht.

Bedingt durch das Einzugsgebiet der GGS Peter-Klein-Straße besuchen einige Kinder unsere Schule, deren Muttersprache Arabisch ist. Sie kommen aus unterschiedlichen Ländern wie etwa Marokko, dem Irak oder auch aus Syrien. Manche dieser Kinder sprechen schon sehr gut die deutsche Sprache, da sie z.B. mehrere Jahre den Kindergarten besucht haben, andere Kinder sprechen kaum die deutsche Sprache, z.B. weil sie noch gar nicht lange in Deutschland sind.

Den Grundschullehrkräften fiel auf, dass Erstklässler, die mehrsprachig aufwachsen, beim Erlernen der deutschen Sprache vor besonderen Herausforderungen stehen. Bei Überlegungen, wie man die Kinder beim Erlernen des Lesens und Schreibens sinnvoll unterstützen kann, stießen wir auf das KOALA-Projekt, das die Bezirksregierung Köln fördert.

An Koala-Schulen bereitet eine Lehrkraft des herkunftssprachlichen Unterrichts gemeinsam mit den Lehrkräften des ersten Schuljahres die Deutschstunden vor und führt einige davon mit der Deutschlehrkraft durch, in der Regel mit dem Klassenlehrer oder der Klassenlehrerin. Durch die verschiedenen Blickwinkel auf die Sprache kann so Rücksicht auf Besonderheiten genommen werden, etwa auf die Frage, ob es in anderen Sprachen vergleichbare Laute überhaupt gibt (so gibt es im Arabischen keine Unterscheidung zwischen o und u) oder wo eine Wortart innerhalb eines Satzes steht (so steht in vielen Sprachen das Verb nicht wie in der deutschen Sprache an der zweiten Stelle im Satz).

Der aktive Sprachvergleich mehrerer Sprachen, die in der Klasse gesprochen werden, hilft den Kindern ein Gefühl für den Aufbau der (deutschen) Sprache zu entwickeln. Mehrsprachige Kinder erfahren Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache und erfahren Wertschätzung gegenüber ihrer Herkunftssprache. Manche Erklärungen, die für sie in der deutschen Sprache zu komplex sind, bekommen sie im Deutschunterricht unmittelbar von der Arabischlehrerin übersetzt.

Im herkunftssprachlichen Unterricht am Nachmittag kann die Lehrerin Bezug nehmen auf den Unterricht am Vormittag. Sie kann Inhalte aufgreifen, vertiefen oder nach Bedarf zusätzliche Erklärungen liefern.